Wie groß wird Ihr Weihnachtsbaum dieses Jahr? Wetten, dass er kleiner ausfallen wird als sein Vorgänger 2007?
Ich weiß das. Ich habe da nämlich eine Theorie: „Die Höhe des Weihnachtsbaums steht in engem Zusammenhang mit der Weltwirtschaft“. Für diese gewagte These erwarte ich eine Nominierung für den Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften. Mindestens. Die Sache ist nämlich ganz logisch: gute Konjunktur – das Portmonee sitzt locker – raumhohe Nordmanntanne. Weinachten in Zeiten der globalen Finanzkrise: schief gewachsene Ein-Meter-Fichtenstaude mit abgebrochenem Wipfel.
Gut, dass gerade Dezember ist – im Sommer würde sich die hübsche Theorie ja kaum beweisen lassen. Obwohl ich irgendwie das Gefühl habe, dass Weihnachten und Finanzkrisen eigentlich immer zusammenfallen ... ob auch das eine nobelpreiswürdige Aussage ist?
Egal, Krisenorakel gibt es immer und überall. Der Ökonom George Taylor wusste schon früh um den Zusammenhang zwischen der Wirtschaftsentwicklung und der Länge von Damenröcken. Das geht so: Boom an der Börse – Rocksäume hoch (1922 und 1966), Börsenindex im Keller – Knie züchtig bedeckt (Weltwirtschaftskrise 1929-32, Ölkrise in den Siebzigern).
Auch beim Essen gibt es eindeutige Indikatoren – zumindest laut einem gewissen Leo J. Shapiro. In guten Zeiten futtern alle Steaks und frisches Obst, in schlechten werden lange haltbare Nahrungsmittel wie Bohnen, Reis und Getreide gekauft. Aber keine Angst: Bier gilt als krisensicher! Dass auch der Deo-Absatz mit dem globalen Wirtschaftsklima zusammenhängt, stimmt mich aber doch nachdenklich.
Recht plausibel erscheint hingegen die These, dass die Leute eher zu Hause essen als ins Restaurant gehen, wenn man den Gürtel enger schnallen muss. Ich kann schließlich auch nicht kochen…
Nun, jetzt wissen Sie’s. Bankenpleiten hin, Rezession her – trotzen Sie einfach der Krise. Wer wird sich schon wegen der paar Milliarden Miese in der Welt einschüchtern lassen? Zeigen Sie einfach allen, dass die Finanzkrise bei Ihnen nicht angekommen ist: Wie? Ganz einfach: Schmeißen Sie sich in den kürzesten Mini und ordern Sie die Weihnachtsgans beim Lieferservice. Dann kaufen Sie die größten Nordmanntanne, die in Ihr Haus passt und stellen sie – am besten toll beleuchtet – ans Fens-ter. Ihre Nachbarn werden von diesem Baum schwer beeindruckt sein! Denn in schlechten Zeiten heißt es: Wer hat
den höchsten?







