Wie soll es hier nur ein Happy End geben, wo die Zeiten doch so schlecht sind? Zumindest glaubt man das, wenn man die Zeitung liest, am Abend den Fernseher einschaltet, sich mit den Nachbarn unterhält oder einfach nur aus dem Fenster guckt.
Am besten, man lässt das alles bleiben! Denn alles, was dabei rumkommt, lässt sich auf einen einfachen Nenner bringen: Die Welt ist schlecht. Oder, beim Fenster-raus-gucken: das Wetter ist schlecht.
Beides sind fürchterliche Nachrichten. Das mit dem Wetter, klar, richtig schlimm; die Kriege und Morde, die Trennungen der Promis und die Finanzkrise – auch nicht ohne. Und dann noch die Geschichte mit den 1 Euro 30! Ja, genau, die Kassiererin mit den vermeintlich unterschlagenen Pfandbons – und der ach so enttäuschte Arbeitgeber mit dem kaputten Vertrauensverhältnis. Wirklich tragisch.
Nicht nur, dass die Frau E. jetzt keinen Job mehr hat. Ob 3,5 Millionen Arbeitslose oder 3,5 Millionen plus 1 ist bei der derzeitigen Endzeitstimmung auch schon egal. Wirklich tragisch ist, dass ich(!) jetzt ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich im betreffenden Supermarkt an der Ecke einkaufe. Also gehe ich nimmer hin. Das ist nun aber schon der zweite, dritte vierte Laden, den ich meiden muss. Einen wegen des Verdachts auf Gen-Reis im Regal, den anderen wegen erwiesener Mitarbeiterbespitzelung, nun den nächsten wegen 1 Euro 30. Die ich(!) nun drei Mal ausgebe, weil ich mit dem Auto zum Einkaufen starten muss, da meine nähere Umgebung zur No-Shopping-Area wurde.
Dabei will ich doch nur, dass alle happy sind: die Hühner (die ich verspeise), die Kassiererinnen (die mein Joghurt scannen) und die werten Leser meiner Kolumnen.
Tja, vielleicht erledigt das mit dem Happy End ja mal ein anderer für mich. Zum Beispiel Nummer 4, der Laden an der Ecke (oder von mir aus auch der Supermarkt mit Skandal 1, 2 oder 3). Indem sie einfach mal ein Zeichen setzen – nach dem Motto: Wir lieben Lebensmittel! Und unsere Mitarbeiter! Und vielleicht sogar noch die Kunden, wenn dann noch Liebe übrig ist.
Und dann gehen wir alle beschwingt einkaufen: natürlich zu Fuß, kaufenglückliche Bio-Eier und bezahlen bei Frau E. Kaufen noch ein TV-Magazin, und halten auf dem Nachhauseweg ein kleines Schwätzchen mit dem Nachbarn: „Das ist ja echt ein Aprilwetter, nicht wahr?“ Sprich: Alle sind happy! Na gut, abgesehen von den Krisen-Bankern und der armen Sandy Meyer-Wölden vielleicht.







