Mein Leben ist ein großes Auf und Ab. Ein Rauf und Runter, den ganzen Tag. Dabei halten sich die Auf- und Abwärtsbewegungen stets die Waage. Immer zwischen himmelhoch und kellertief.
Das ist so, seit ich in einem Townhouse wohne. Das Prinzip ist schnell erklärt. Innerhalb der Stadtgrenze. Grundstück in Handtuchgröße. Garten und Dachterrasse inklusive. Links und rechts Nachbarn. Und wäre das Haus ein Fisch, hieße es Ölsardine.
Die Mitgliedschaft im Fitnessstudio habe ich guten Gewissens gekündigt. Jetzt bin ich auch so fit wie ein Turnschuh. Stehe morgens auf, nehme beschwingt die paar Stufen hinab in die Küche, schalte meine Espressomaschine ein. Dann hoch zum Duschen. Vorbei an der Zwischenetage mit Arbeitszimmer, dann Kinder wecken im nächsten Stock, ein kurzer Blick rauscht vorbei am Gästezimmer, hoch hinaus ins „Studio“. So nennt man das im Townhouse. Anziehen. Mist, meine Bluse ist noch im Trockner, und der ist, wo sonst?, im Keller. Zum Frühstück wieder nach unten, zum Handy suchen wieder hoch, dazwischen ab und an ein kurzer Stopp. Zum Kinder fertig machen. Oder weil ich etwas holen muss. Meistens tief Luft.
Fünf Etagen sind Standard im Townhouse. Keiner lebt nebeneinander, alle übereinander. Ebenerdig Küche und Wohnzimmer. Dann drei Etagen architektonisch raffiniert versetzt. Oben Studio, unten der Wirtschaftsraum. Auch der Keller gehört schließlich dazu beim Treppenlauf.
Abends bin ich – wen wundert’s – hundemüde. Meine Beine erst recht. Das ist der Moment für den Liegestuhl. Zwei passen locker in meinen Garten. Daneben duftet es nach Feuer, denn der Grill hat Hochsaison in unserem Townhouse-Konzept. Und während ich in mein Würstchen beiße, gucke ich hoch und bewundere mein schönstes aller Häuser. Mitten in der City, und doch mit Nackensteak.







