Uptown

Juli / August 2010
Uptown


Uptown ausgezeichnet
Uptown ist erneut Preisträger beim European Newspaper Design Award


Holger Teschke öffnet ab sofort jeden Monat eine Wunderkammer


Colortrend.de
Das informative Farbenreich von Designprofessor Axel Venn färbt auf Profis und Laien ab.


Berliner Wasser. Dem Lebensmittel Nr. 1 widmet sich jetzt eine ganze Zeitung.


15 Jahre Grundblatt/ Uptown. Verleger Frank
Radtke im Gespräch über
ein ungewöhnliches Nischenprodukt.



Constanze Kurz,
Sprecherin des CCC, über den Wandel im Internet

Texte alternatif

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Gabriella Pape, Landschaftsarchitektin,
über den Garten als Mentalitätsfrage

Texte alternatif

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Edgar Most, Ex-Banker:
Was hätten Sie in Pittsburg
an Merkels Stelle gesagt?

Texte alternatif

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Ralf-Otto Limbach,
Vaillant-Geschäftsführer:
Womit werden wir in
20 Jahren heizen?

Texte alternatif

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Illustration: Niels Schröder
Die Farbe des Geldes von Niels Schröder


Holger Teschke unterwegs auf den Spuren Mark Twains



Die Reisen des Holger Teschke auf den Spuren Chamissos



Jakob von Uexküll über den Alternativen Nobelpreis und Ökonomen, die sich irren


Ernst Ulrich von Weizsäcker über Wachstum durch Nachhaltigkeit und die Spitze der grünen Bewegung


Meinhard Miegel über falsche Bilanzen und Wohnstand ohne Wachstum


Hans Kaminski über den ökonomischen Analphabetismus in Deutschland


Carolyn Steel über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Stadtentwicklung


Klaus Jesse und Andreas Lücke über Stop-and-go-Politik und die Potenziale des Wärmemarkts

Thomas Fürst und Peter Sakuth über Glück, Gier und vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen

Harald Strötgen über die fehlenden Lehren aus der Krise

Constanze Kurz über Freiheit und Sicherheit im Netz und die Podcasts der Bundeskanzlerin

Stephan Weil, über den Atomausstieg, große und kleine Energieversorger sowie den Ausgleich der Interessen

Hans-Olaf Henkel, zur Finanzkrise, ihren Ursachen und Folgen

Michael Braungart über abfallfreie Wirtschaft

Gabriella Pape, Landschaftsarchitektin, über den Garten als Mentalitätsfrage

Edgar Most über die aktuellen Finanzmarktrisiken

Michael G. Feist über Wünsche an eine neue Bundesregierung und Energiepolitik als Balanceakt

Katrin Lompscher darüber, wie sie Berlins Klimaziele erreichen will

Noam Chomsky über Obama, Charisma in der Politik und die Aussicht auf Altersmilde

Vilmos Cserveny von der IAEO über Kooperation und Kontrolle

Harald Strötgen über die Finanzkrise und wie es dazu kommen konnte

Kurt Mühlhäuser über die Finanzkrise und den Ölpreis

Albert Speer - Über eine nachhaltige Stadtplanung

Egon Bahr über das Verhältnis zwischen dem Westen und Russland

Das lesen Sie in der aktuellen Zeitungsausgabe

Lesen, wie bunt die Welt ist

Cartoon: BECK, www.schneeschnee.de
Vor Gericht und auf hoher See – Beck ist überall ein Vergnügen.

Die Möbelkunst des David Linley

Zwischen Broadway und Millerntor - Corny Littmann

Audienz bei Italiens Designpapst Alberto Alessi


Bertrand Benoit - Die Rendite an Aufmerksamkeit


Für Katrin von Raggamby hat jede Story ein Happy End



2001-2009 European Newspaper Design Award
reddot 2002: communication design

Flaue Beziehungen
Katrin von Raggamby
September 2009
Die Beziehung ist etwas abgekühlt: Er ist nicht wirklich schön. War er eigentlich nie. Und alt ist er auch schon. Aber praktisch. Wir haben uns aneinander gewöhnt, in den letzten fünf, zehn, fünfzehn Jahren. So lange kann eine Übergangslösung schon mal dauern. Und mal ehrlich: Gab es bei einem Einkaufsbummel durch mehr oder weniger teure Möbelhäuser auch nur irgendeinen halbwegs guten Ersatz für den kleinen Schuhschrank? Nein. Also blieb er, wo er war.

Aber jetzt, bei genauerem Hinsehen, sind doch schon ein paar grobe Macken zu erkennen: die Farbe ergraut, zum Teil abgesplittert, überhaupt ein bisschen aus der Mode gekommen. Aber weggeben? Wohin dann mit den vielen Schuhen im Flur? Kann man später immer noch. Vielleicht hilft ein neuer Anstrich in den Modefarben des Spätsommers: Orange oder lila? Nein, dunkelgrün soll es sein.

Also los: Schleifmaschine raus und wummern lassen, bis die Handgelenke schmerzen. Dann wird gesaugt, geputzt, geschrubbt. Trocknen lassen. Grundierung auftragen. Wieder trocknen lassen, wieder Grundierung auftragen. Sieht in Weiß übrigens auch ganz gut aus.

Dabei lernt man das Möbelstück so richtig kennen: jede schiefe Schraube, hinten beim Bein ist ja ein kleines Astloch, die Rückwand ist unsauber geschnitten – was war das denn damals für ein Handwerker? Sinnfragen kommen auf: Wo kommst du her, mein Schuhschrank, wo gehst du hin, was hast du alles schon erlebt?

Dann der erste grüne Moment. Ein Schreck, Zweifel, die Gewissheit, dass nun doch das absolute Ende des bewährten Möbelstückes naht. Hat es das verdient? Dann rinnt auch noch der 
Lack – Tropfenbildung – jetzt ist alles hin. Nun gut, die Seite steht ja ohnehin an der Wand. Nächste Seite, jetzt die Türen vorne. Langsam setzt Routine ein, und die neue Farbe beginnt auch schon zu gefallen.

Eine Woche später ist das gute Möbelstück wie neu. Grün bringt neuen Glanz in unsere Hütte. Kleine Schönheitsfehler haben sich zu den alten gesellt. Und doch habe ich ihn plötzlich sehr, sehr lieb gewonnen. Stolz präsentiere ich ihn jedem Gast, der ihn sehen will oder nicht. Ich frage nicht, ich zeige ihn einfach her – mit geschwellter Brust: Er ist jetzt mein Schuhschrank!

Nachdem der Schrank nun fertig renoviert ist, ist mir doch etwas langweilig. Ich denke daran, ein Buch zu schreiben. Vielleicht einen Ratgeber, wie man abgeflaute Beziehungen wieder auffrischen kann. Der Titel: „Einfach grün streichen!“