Die Blätter werden gelb, es herbstelt. Klar, es ist ja schließlich Herbst. Wie schockierend!
Haben wir nicht gerade erst angegrillt? Den Garten hübsch gemacht? Die Sommergarderobe durchforstet – was passt noch? Was entspricht noch halbwegs den Modetrends? Welche Stücke eignen sich bestenfalls für die Gartenarbeit der nächsten 20 Jahre? Und wollte ich nicht diesen Sommer endlich mal einen Ausflug zu dem nahe gelegenen Badesee machen, der so schön sein soll?
Zu spät. Ein wenig Vorbereitung hätte uns das Wetter wirklich zugestehen können. Von den Sandalen in die Fellstiefel – das muss doch nicht sein. Übergangsjacke/-mantel/-schuhe hieß es früher. Mir scheint, heute braucht man nur noch Bikini und Kunstpelz. Nun ja, soll ja eine reizvolle Kombi sein…
Jetzt stehen uns wieder sechs Monate Grau-in-Grau bevor. Sechs Monate Herbstdepression, Winterschläfrigkeit, Lichtmangel und Wind-und-Wetterschutzbalsam. Samt Schweinegrippe dieses Mal. Zusätzlich zum üblichen Husten-Schnupfen-Heiserkeit-Rachenkatarrh. Bei den Apotheken gibt es sicher keine Wirtschaftskrise! Und sechs Monate Regenschirm, Mütze und Goretex. Optimistisch betrachtet.
Unter pessimistischen Gesichtspunkten sieht die Sache nämlich so aus: „Noch 30 Jahre zu leben, ist völlig in Ordnung. Nur noch 30 Sommer zu leben, das ist verdammt überschaubar“, formulierte es der Liedermacher Konstantin Wecker einmal. Kein Wunder, dass der Mann Drogen brauchte…
Zeit also, sich selbst ein wenig zu überlisten und den Sommer einfach zurückzuholen. Ob man im Juli durch den Rasensprenger hüpft oder im November durch den Sprühregen – wo ist denn da der Unterschied? Alles nur eine Frage der Psyche! Gummistiefel an – auch für Erwachsene jetzt mit giftgrünen Pünktchen erhältlich – und rein in die Pfützen. Schließlich gibt es kein schlechtes Wetter, sonder nur schlechte… ja, ja, ich weiß!
Helfen soll auch ein kleiner Trip in die Karibik. Toller Tipp, nicht wahr? Okay, dann eben billiger – und etwas weniger effizient: ein Gang in die Sauna. Ein zwei Aufgüsse, danach ins eiskalte Tauchbecken, rein ins Dampfbad – wetten, dass Ihr Hirn nachher soundso nicht mehr bis 30 zählen kann? Aber ehrlich: Es nutzt alles nix, höchstens warm anziehen!
Und wo ist das versprochene Happy End dieser Kolumne? Das kommt am 20. März.







