Wer früher stirbt, ist länger tot. Ja, solche Gedanken kommen in diesen Tagen schon mal auf. Zum Beispiel durch Lichtmangel, weil man bekanntlich in den nächsten vier Monaten keines zu sehen bekommt. Abgesehen von dem hübschen kurzwelligen, das neuerdings in unseren Wohnzimmern für Stimmung sorgt. Tja, man muss sich halt entscheiden: Energiesparlampe oder Lebensmut?!
Na ja, und dann ist ja der 1. November traditionell ohnehin der Tag der Toten: Allerheiligen, Allerseelen, Sie wissen schon.
Also denkt man eben an die jüngst und längst Verstorbenen: Michael Jackson, Marilyn Monroe, Lady Di und René Kollo. Oder lebt der noch?
Dabei fällt mir auf, dass die Erinnerung an diese Leute etwas Schönes hat. Nämlich hübsche Bilder. Sehen Sie Marilyn vor sich? Ich wette, sie trägt ein weißes Kleid, steht auf einem U-Bahn-Schacht und hält es kokett nach unten, als ein Luftzug es hoch wehen möchte. Auch James Dean ist ewig cool, mit seiner Fluppe und dem scharfkantigen Gesichtszügen. Elvis hat gerade noch so die Kurve gekriegt: ein, zwei Jährchen später hätte der garantiert nicht mehr in den weißen Schlaghosenanzug gepasst! Das war gegen Ende schon grenzwertig. Und Michael Jackson: Da war eigentlich schon alles zu spät. Erspart bleiben uns: Marilyn mit Rollator, James Dean bierbäuchig und Jackson mit abgefallener Nasenspitze.
Doch man muss von Glück sagen, nun ja, das klingt jetzt doch ein bisschen zynisch, wenn einer abtritt, wenn die Mode gerade ganz okay ist. Stellen Sie sich vor, Marilyn wäre in den Achtzigern gestorben. Dann würde sie auf Ihrem Bild Leggings, Schulterpolster und ein langes, neonfarbenes Sweatshirt tragen. James Dean mit Vokuhila. Lady Di mit Fönfrisur. Nun ja, der ist das ja wirklich passiert. Echt gemein von den Paparazzi.
Da kann man sich eigentlich nur gut darauf vorbereiten: „Lebe jeden Tag so, als wäre es dein letzter. Irgendwann wirst du Recht haben“, sagte mal ein weiser Mann. Damit meinte er sicher: Zieh dich stets hübsch an. Lächle und pose auf jedem Foto wie Germany’s next Topmodel. Sag immer was Kluges, damit deine letzten Worte als „famous last words“ zitiert werden können. Und nun noch ein paar gute Tipps: Passen Sie draußen auf, im Dunkeln stolpert man so leicht. Glatteis ist rutschig. Und nie ohne Mütze aus dem Haus. Gerade im Winter brauchen Sie viel Vitamin C. Und keine Extremsportarten, bitte.
Wenn man das alles macht – was soll dann noch schief gehen?







