Hunde gibt es viele: große, kleine, dicke, magere, kurzbeinige, kluge und kläffende. Fönfrisierte und schmutzige, kinderliebe - und solche, die nur spielen wollen.
Und dann gibt es Mulit-Kulti-Hunde. „Atención al perro“ oder „Beware of dog“, schreiben ihre Besitzer an den Zaun. Oder auch ganz poetisch: „Warnung vor dem Hunde“. Übersetzt heißt alles: Völlig egal, in welcher Sprache Sie mit dem Hund sprechen, er hört auf nix.
Das verraten uns die entsprechenden Warnhinweise an der Hauseinfahrt. Schilder für alle, die vorhaben – unberechtigterweise – ein Grundstück zu betreten. Und das sind bekanntlich die Spanier, Amis und Literaten. Stark vertreten dürften in dieser Gruppe auch die Alten Römer sein. Wer sonst kann „Cave canem“ verstehen? Wie auch immer, es sind Menschen mit ausgeprägtem Stilbewusstsein, die sich von den auf antik gemachten blau-weißen Azulejos beeindrucken lassen.
Aber auch wer die Gartentür berechtigterweise öffnet, zum Beispiel, weil er eingeladen ist, muss damit rechnen, bald ohne Unterarm dazustehen. Schon fühlt man den Rottweiler-Atem im Nacken, sucht nach dem nächsten Baum und hält Ausschau nach der zähnefletschenden Kampfhund- Fratze – und was passiert? Nix. Kein Bellen, kein Knurren, noch nicht mal ein Kläfferchen in C-Dur.
Der Hund ist nämlich out. Das Schild ist in, aber der Hund? In welchem Einfamilienhausgarten döst noch eine Töle den halben Tag lang an der Hauswand? Wo springt plötzlich ein Wau-Wau durch die Kirschlorbeerhecke und erschreckt die Passanten hinterm Gartenzaun fast zu Tode? Und welcher berufstätige Nachbar hat noch den Nerv, am Abend mit dem Hund durch den Regen zu schlendern?
Also gibt es immer weniger „beste Freunde des Menschen“. Lieber Karnickel und Schildkröten für die Kinder, und Bewegungsmelder fürs Haus. Je größer das Anwesen, desto elektronischer die Alarmanlage. Dabei gilt der Hund nach wie vor als beste Abschreckung gegen Diebe. Am besten sind ja zwei: ein kleiner Kläffer, der den großen im Ernstfall aufweckt, um den Einbrecher zu verjagen.
Nun ja, ein Hund-Vortäusch-Schildchen tut’s natürlich auch. Macht halt weniger Lärm, Dreck und Arbeit. Und weniger Spaß. Bleibt wenigstens die leise Hoffnung, dass der Dieb mehrere Fremdsprachen versteht!







