Im Herbst 2008 verkündeten Lehman-Brothers ihre Insolvenz. Ein Schock mit weit reichenden Folgen. Was ging Ihnen damals durch den Kopf?
Fürst: Verschwindet eine derart große und mächtige Bank mit internationaler Verflechtung so mir nichts dir nichts vom Markt, überlegt jeder Banker natürlich zuerst: In welcher Form bin ich davon betroffen? Und genau das konnte anfangs niemand so genau sagen, zumal die Verflechtungen in unserer Branche mittlerweile einfach zu groß sind. Nicht nur die direkt verzinsten Wertpapiere, sondern sämtliche Zertifikate, die die Lehman-Bank in irgendeiner Form mit zu verantworten hatte, waren plötzlich nahezu wertlos. Die Sparkasse Bremen hatte Glück – oder Fingerspitzengefühl. Jedenfalls waren Lehman-Papiere nicht Bestandteil unseres Portfolios.
Sakuth: Die Nachricht schlug natürlich ein wie eine Granate. Einige besonders gierige Mitbewerber aus dem Immobilienbereich sind dabei ordentlich auf die Nase gefallen. Andere wiederum, die bei ihren Geschäften dauerhaft auf Seriösität, Beharrlichkeit und Qualität setzen, haben dieses Anlagemetier von Anfang an gemieden. Lehman ist etwas für die Großen und Unersättlichen dieser Branche gewesen. Sagt man nicht, dass Gier manchmal den Geist ausschaltet?
Hatten Sie zu dieser Zeit bereits eine Vorstellung davon, was da alles auf uns zukommt?
Fürst: Ich glaube kaum, dass irgend-jemand einen klaren Blick dafür hatte. Zumal wir alle ja starkes Vertrauen in das Rating der Anlagenklassen hatten, sprich in die Bewertung von Papieren durch Experten der Branche. Dazu kommt der eigene Instinkt. Wenn jemand beispielsweise 7 Prozent für seine Anlage verspricht, der Kapitalmarktzins hingegen bei 4 Prozent liegt, ist man eben vorsichtig. Da wir es als Sparkasse mit einem eher konservativen Publikum zu tun haben, bewegen wir uns lieber auf der sicheren Seite. Auch wenn das unterm Strich etwas weniger Ertrag bedeutet. Auch bei Lehman-Papieren waren wir eher vorsichtig und zurückhaltend. Das hat sich ausgezahlt.
Heute machen Banker schon wieder durch astronomisch hohe Boni von sich reden. Wie handhaben Sie dieses Thema?
Fürst: Der variable Anteil unserer Gehälter liegt zwischen einem und 2,5 Monatsgehältern. Allerdings gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem Vertrieb eines bestimmten Produktes und dem persönlichen Vorteil eines Mitarbeiters. Es gibt lediglich eine Partizipation am Gesamterfolg des Unternehmens.
Sakuth: Bei uns gibt es fest vereinbarte, leistungsorientierte Prämien. Nicht mehr und nicht weniger. Boni wie bei den Banken kennen wir kaum.






























