Das Krisenjahr 2009 war zugleich eines der besten in der Geschichte der Stadtsparkasse München. Wie erklären Sie Ihren Erfolg?
Harald Strötgen: Kontinuierliches, nachhaltiges Arbeiten schlägt Aktionismus und Spekulationen. Wir verzichten auf jede Spekulation, wir überlegen, wir lassen uns nicht unter Druck setzen. Neben der absoluten Orientierung an den Bedürfnissen unserer Kunden zählt zu unserer Geschäftsphilosophie, für unsere 3.000 Mitarbeiter da zu sein, ihnen das Gefühl zu geben, dass es ein Privileg ist, bei der Sparkasse München arbeiten zu können – und dass sie sich keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz zu machen brauchen.
Wie sieht Ihre Geschäftsentwicklung im Privatkundengeschäft aus?
Strötgen: Das macht vielleicht den Unterschied zu anderen aus: Wir konzentrieren uns auf die Bank als Ganzes. Wir haben sowohl im Anlagengeschäft als auch im Wohnungsbaufinanzierungsbereich sowie im gewerblichen Kreditgeschäft das erwünschte Wachstum erreichen und zum Teil sogar deutlich übertreffen können.
Wie hoch waren Ihre Zuwächse im Immobilienbereich?
Strötgen: Wir haben im Jahr 2009 mit einem Plus von über 30 Prozent das erste Mal eine Milliarde Euro brutto für Wohnungsbaufinanzierungen neu zugesagt.
Welche Rolle spielt Ihr gutes Ergebnis für den Standort München?
Strötgen: Ich denke, dass die Sparkassen bundesweit, aber auch die Stadtsparkasse München für den Standort München eine sehr wichtige Rolle spielen, zum Beispiel für den Mittelstand. Wir übernehmen – wenn vertretbar – beispielsweise Finanzierungen, die von anderen Banken abgelehnt worden sind. Dadurch sind wir im gewerblichen Kreditgeschäft stärker gewachsen als die Wirtschaftsentwicklung dies hätte vermuten lassen.
Einerseits klagt die Wirtschaft über eine Kreditklemme, andererseits sagen die Sparkassen, sie haben 2008 mehr Kredite an den Mittelstand vergeben als jemals zuvor. Widerspricht sich das nicht?
Strötgen: Gewerbliches Kreditgeschäft wird ja nicht nur von den Sparkassen gemacht, sondern auch von anderen Marktteilnehmern, und wenn diese sich stark zurückhalten, dann hat dieses res-triktivere Verhalten einer Säule der Kreditwirtschaft entsprechende Auswirkungen. Hinzu kommt die schwierige Wirtschaftslage. Wenn ein Kunde, um den wir uns jahrelang bemüht haben, mit nun schlechteren Zahlen von seiner Bank zur Sparkasse wechseln möchte, dann führt das verständlicherweise zu intensiven Gesprächen. Für die Sparkassen gibt es keine Kreditklemme. Aber insgesamt zeigen die Zahlen, dass die Zurückhaltung einiger Marktteilnehmer spürbar ist.






























