
Uptown ausgezeichnet Uptown ist erneut Preisträger beim European Newspaper Design Award
Holger Teschke öffnet ab sofort jeden Monat eine Wunderkammer
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Das informative Farbenreich von Designprofessor Axel Venn färbt auf Profis und Laien ab.
Berliner Wasser. Dem Lebensmittel Nr. 1 widmet sich jetzt eine ganze Zeitung.
15 Jahre Grundblatt/ Uptown. Verleger Frank Radtke im Gespräch über ein ungewöhnliches Nischenprodukt.

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Ralf-Otto Limbach, Vaillant-Geschäftsführer: Womit werden wir in 20 Jahren heizen?
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 Die Farbe des Geldes von Niels Schröder
Holger Teschke unterwegs auf den Spuren Mark Twains
Die Reisen des Holger Teschke auf den Spuren Chamissos
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Das lesen Sie in der aktuellen Zeitungsausgabe
Lesen, wie bunt die Welt ist
 Vor Gericht und auf hoher See – Beck ist überall ein Vergnügen.
Die Möbelkunst des David Linley Zwischen Broadway und Millerntor - Corny Littmann Audienz bei Italiens Designpapst Alberto Alessi Bertrand Benoit - Die Rendite an Aufmerksamkeit
Für Katrin von Raggamby hat jede Story ein Happy End
2001-2009 European Newspaper Design Award reddot 2002: communication design
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Holger Teschke
Februar 2008
Ich bin Franzose in Deutschland und Deutscher in Frankreich, Jakobiner bei den Aristokraten und bei den Demokraten ein Adliger – ich bin nirgends am Platze und überall fremd“, antwortete Adelbert von Chamisso im Sommer 1810 auf die Frage nach seinem Vaterland. Chamisso hatte dennoch mehr Glück als die meisten Flüchtlinge heutzutage. Er fand eine neue Heimat in Literatur und Wissenschaft. Nach langem Umherirren zwischen Frankreich und Deutschland, Hof- und Militärdienst, Studium und Schreiben fand er schließlich einen Lebens- und Arbeitsplatz an Bord des russischen Expeditionsschiffs „Rurik“, auf dem er zwischen 1815 und 1818 als Naturforscher mitfuhr.
Chamisso musste einmal um die Welt segeln, bevor er die unbekannten Ufer seiner neuen Heimat entdeckte. Wichtiger als Fahnen, Hymnen und Gesetzeswerke wurden ihm fremde Menschen und Sprachen, Kulturen und Ideen. Er sammelte diese neuen Eindrücke ebenso begeistert wie unbekannte Pflanzen und Tiere. Seine „Reise um die Welt“ ist ein Logbuch voll erstaunlich moderner Einsichten, die über die
Gebiete Botanik, Zoologie und Völkerkunde hinaus auf neue politische Horizonte verweisen.
Viele von Chamissos Ideen und Sammlungen sind verloren gegangen, Manuskripte und Herbarien sind verschwunden oder verbrannt, seine Briefe und Tagebücher werden nicht mehr aufgelegt und sind
fast vergessen. Umso überraschender, wenn man plötzlich bei der Spurensuche vor Sammlungsstücken von seiner Weltreise steht, die Zeitläufe und Kriege überdauert haben.
Ich hatte dieses Glück im Naturkundemuseum der Humboldt-Universität zu Berlin, wo ich bei meinen Nachforschungen plötzlich vor zwei Vogelpräparaten stand, die Chamisso irgendwo zwischen Kamtschatka und Alaska angefertigt haben muss: einem Gelbschopflund und einem Rotschnabellund. Ohne die freundliche Hilfe von Dr. Sylke Frahnert, der Kuratorin des Fachbereichs Vögel, hätte ich diese beiden Exemplare nicht zu Gesicht bekommen. Ich erinnere mich an meinen ersten Besuch in diesem Museum, als ich vor den Dioramen fremder Welten stand und selber davon träumte, ein weltreisender Naturforscher zu werden. In einem solchen Moment erfährt man auch, welche Schätze die dunklen Wunderkammern unserer Museen bergen und warum sie selbst im Zeitalter digitaler Welten bei den Besuchern immer beliebter werden. Es sind Orte der Erinnerung in einer Zeit, in der uns das Gefühl für Heimat und Zugehörigkeit ebenso abhanden zu kommen droht wie dem Emigranten Chamisso vor zweihundert Jahren.
Holger Teschke schreibt seine Logbuch- Kolumne in diesem Jahr auf den Spuren Adelbert von Chamissos zwischen Europa, Amerika und Ozeanien.
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