
Uptown ausgezeichnet Uptown ist erneut Preisträger beim European Newspaper Design Award
Holger Teschke öffnet ab sofort jeden Monat eine Wunderkammer
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Das informative Farbenreich von Designprofessor Axel Venn färbt auf Profis und Laien ab.
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Holger Teschke unterwegs auf den Spuren Mark Twains
Die Reisen des Holger Teschke auf den Spuren Chamissos
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Das lesen Sie in der aktuellen Zeitungsausgabe
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Die Möbelkunst des David Linley Zwischen Broadway und Millerntor - Corny Littmann Audienz bei Italiens Designpapst Alberto Alessi Bertrand Benoit - Die Rendite an Aufmerksamkeit
Für Katrin von Raggamby hat jede Story ein Happy End
2001-2009 European Newspaper Design Award reddot 2002: communication design
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Holger Teschke
März 2008
Ich muss mein Reiselogbuch kurz unterbrechen, nicht nur, weil ich auf dem Weg nach Amerika bin. Ich hatte mir geschworen, während der Arbeit an meinem neuen Buch die Zeitungen links liegen zu lassen. Aber wenn plötzlich alle Schlagzeilen jubeln, dass 1.000 Reiche zittern müssen, dann scheint etwas vorgefallen zu sein im Mutterland von Hartz IV.
Eigentlich nichts Neues: Es werden ein paar Sündenböcke durch die Republik getrieben, um von einem sehr viel größeren Skandal abzulenken. Dass es dabei ein paar betuchte schwarze Schafe trifft, ändert daran wenig. Die Gründe, aus denen die Volksseele kollektiv zum Kochen gebracht werden muss, sind allzu durchsichtig. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) musste in seiner letzten Regierungserklärung zugeben, dass der Staat der Mittelstandsbank IKB mit mehr als einer Milliarde Euro aushelfen wird, weil sie sich, wie er lässig formulierte, „verzockt“ hat. Mit dem Staat meinte er natürlich den Steuerzahler, und der Spielerjargon war absichtlich gewählt. Es handelt sich aber um ein bisschen mehr als um einen kleinen Ausrutscher im Casino. Die Opposition hat errechnet, dass der Spielspaß die Bürger noch mindestens sechs weitere Milliarden Euro kosten wird. Der „Wertberichtigungsbedarf“ in den weltweiten Bankbilanzen wird auf 400 Milliarden US-Dollar geschätzt – davon ist nicht mal ein Drittel abgeschrieben. Dagegen sind die von Zumwinkel und Co. hinterzogenen Beträge, pardon: Peanuts. Aber wie ein Blick in die Leserbriefspalten zeigt: Der Trick hat wieder funktioniert.
Die Bundeskanzlerin befand sich zwar zuerst jenseits ihrer Vorstellungskraft, andererseits hatte sie aber schon sehr diesseitig reagiert. Sonst hätte sie nicht Wochen vorher im Einvernehmen mit ihrem Finanzminister die fünf Millionen Euro abgenickt, die der heiße Tipp aus Liechtenstein den BND gekostet haben soll. Aber jene Bankmanager die die Reste der sozialen Marktwirtschaft in einer Geschwindigkeit zerlegen, von der Gregor Gysi und Oskar Lafontaine bisher nur träumen konnten, dürfen weitermachen. Deshalb ist die Linke als das eigentliche Problem dieser Krise entdeckt worden, denn sie profitiert ja bei den Wahlen von ihr und gefährdet damit unsere freiheitlich-rechtliche Grundordnung.
Also jagt man ein paar Steuersündenböcke durchs Dorf – Hauptsache, der Staub, der dabei aufgewirbelt wird, verdeckt, dass Feuer im Stall ist. Lange wird diese Methode nicht mehr helfen. Denn die Ausläufer des Hypothekenbebens in den USA rollen gerade über den Atlantik auf uns zu. Und deren Auswirkungen liegen offenbar wirklich jenseits der Vorstellungskraft unserer politischen Klasse.
Holger Teschke schreibt den Letter from America und sein Logbuch in diesem Jahr auf Reisen zwischen Europa, Amerika und Ozeanien.
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