Seit 15 Jahren gibt es Ihren Verlag – hätten Sie 1994 gedacht, dass Sie so lange durchhalten würden?
Frank Radtke: Der Vorgängertitel von Uptown war bis 2008 Das Grundblatt. Die erste Ausgabe erschien als kleines Mitteilungsblatt in schwarz-weiß als Tabloid im halbrheinischen Format. Aus heutiger Sicht war es für uns ein Glück, damals mehr Enthusiasmus als Professionalität besessen zu haben. Hätten wir damals gewusst, was wir heute über das Zeitungsmachen wissen, hätten wir ein solches Vorhaben nie begonnen. Unkenntnis und auch ein guter Schuss Ignoranz waren unsere Schutzengel – und um direkt zu antworten: Damals haben wir weder an 15 Jahre, noch an all die internationalen Auszeichnungen und schon gar nicht an eine Auflage von über 3 Millionen Exemplaren in 51 Städten Deutschlands gedacht.
Nach 15 Awards in Folge für Das Grundblatt haben Sie auch mit Uptown gerade in Wien wieder eine Auszeichnung beim European Newspaper Design Award erhalten – Vorschusslorbeeren oder ein Zeichen von Kontinuität?
Radtke: Ihre Frage suggeriert natürlich die Kontinuität als Antwort. Betrachtet man diese Kontinuität aber etwas näher, so sind wir in diesem europäischen Zeitungswettbewerb seit 2000 bis heute die einzige Gratiszeitung und das einzige Monatsmedium und zugleich einer der erfolgreichsten deutschen Teilnehmer neben der Zeit, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung oder der Financial Times Deutschland.

























