Europa beklagt das Scheitern des Kopenhagener Klimagipfels. Ist dieses Scheitern vielleicht eine Chance?
Braungart: Ich war in Kopenhagen dabei: Der Gipfel war von vornherein so angelegt, dass er scheitern musste. Wer bei minus zehn Grad Kälte vor dem Konferenzzentrum warten muss, der fragt sich unwillkürlich: Wäre es nicht schön, wenn es ein klein wenig wärmer wäre? Eine solche Konferenz an einem dunklen, kalten Ort zu veranstalten ist einfach unsinnig. Und die eigentlichen Akteure in der Gesellschaft zu wenig zu beteiligen, ist auch nicht wirklich sinnvoll. Hätte man den Gipfel in Johannesburg stattfinden lassen und im Konferenzhotel die Klimaanlage ausgestellt, hätte man innerhalb von drei Stunden eine Vereinbarung gehabt –weil jeder verstanden hätte, worum es geht.
Ich fürchte, so einfach ist es dann doch nicht.
Braungart: Das stimmt, aber im Ernst: Das Scheitern ist besser als jeder Scheinkompromiss, weil die Menschen so begreifen: Es liegt an uns selbst. Wir können nicht auf die Regierungen warten, wir müssen selbst etwas tun. Vor diesem Hintergrund war sogar die Regierung Bush ein Segen für den Klimaschutz: So haben die Amerikaner begriffen, dass sie sich nicht auf ihre Regierung verlassen können, sondern selbst aktiv werden müssen.











